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Do you come from the land down under?

Mein kleines Australien-Töurchen.
 

Das Ende vom Lied - Yes, I come from the land down under.

Sonntag, 10. August 2008





Genau in diesem Moment dachte ich mir, jetzt ist der perfekte Moment fuer einen abschliessenden Bericht.
Jetzt, um 14 Uhr 1, einen Monat und 2 Tage nach meiner Rueckkehr, jetzt, den Sonntag nach Steffens Geburtstag, den ersten Morgen den auch Larissa wieder in Deutschland aufgewacht ist und in genau diesem Moment, ungeduscht, verkatert und kreativ.

Australien, geliebtes Australien. Mir kommt es fast schon so vor, als waere ich nie wirklich da gewesen.
Mein Zimmer sieht wieder verwuestet wie immer aus, es regnet in Deutschland, bin arbeitslos, habe keine Zusage von irgendeiner Uni und mein Horoskop ist scheisse: Ja, die Schonzeit und wunderbaren Wochen des Bonusstatus sind vorbei.

Die aufregendsten Momente nach den vielen Monaten, die wie in einem kleinen Fotoalbum mit Stickern in mein Gehirnchen eingerahmt sind:

Flughafen Sydney - nach einem bitteren Abschied nicht nur vom Wake Up sondern von meiner zweiten Heimat Sydney und dem bewussten Gedanken bei der Fahrt von eben genanntem geliebten Hostel zu eben genannten Flughafen, ich wuerde so schnell nicht wiederkommen wartete ich minutenlang vor dem Check-In-Schalter, trennte mich von ueberfluessigen drei Kilo Gepaeck und befand mich in der naechsten Sekunde schon vor dem Gate Richtung Heimat.
Die letzten Tage waren auch irgendwie rumgegangen, allerdings immer mit dem Gedanken im Kopf: ohje, letztes Mal!
Letztes Mal Coles, letztes Mal Pitt Street langgehen, letztes Mal Sidebar essen, letztes Mal Harbour Bridge sehen, letztes Mal Oper, letztes Mal netter Plausch mit Australier, letztes Mal ein Zimmer mit ein paar Fremden teilen, letztes Mal Global Gossip...
Nur zwei Tage vor den Flughafen Emirates-Stewardessen uebergab mir eine andere Emirates-Kuttendame meine frisch umgedruckten Tickets und einen Stein dazu, den ich daraufhin ass, mir aber vom Herz abfiel, dafuer allerdings in meinem Magen landete.
Jetzt war es wirklich soweit: Die Tickets in der Hand und damit die Gewissheit, Australien, es ist vorbei.
Zwar hatte ich mich schon tage- und wochenlang auf diesen Moment vorbereitet, gefreut und draufhingezittert, in dieser Sekunde jedoch zerplatzte die Seifenblase um mich herum, meine rosa Brille zerbrach und ich wachte auf. Es ging wirklich nach Hause fuer mich. Wirklich.

Mit etwas Verspaetung sass ich dann im Flugzeug, nicht nur mein Handy hatte ich nach meinem letzten australischem Gespraech mit Ina verloren, sondern auch ein Stueck Herz. Ich konnte es fast noch sehen, wie es von einem kleinen Gepaeckwagen auf ein unsichtbares Kaenguru umsattelte und davonheupfte, zusammen mit all dem, was ich in den letzten Monaten erlebt hatte.
Sydney, eigenes Auto, unvergessliche Zeit mit Ina, Lachen, Weinen, schreckliche Momente, Gluecksgefuehle, neue, tolle Menschen und Freunde, unzaehlbar viele Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen, imposante, atem- und sprachraubende Eindruecke, mein Traum Australien und eine kleine Traene.

Ein letzter Blick auf das schoenste Land im Jahr 2007/2008 und erst jetzt wurde mir langsam bewusst, wo ich die letzte Zeit verbracht hatte und das dies wohl traumhafte und unvergessliche Zeit war, die ich teilweise doch zu unbewusst erlebt hatte.
Und auch erst in diesem Moment wurde mir klar, Australien, es war ein Traum fuer mich, der so frueh und unwirklich fuer mich in Erfuellung gegangen war.

Waehrend des Flugs wusste ich oftmals nicht, wie ich das Verhalten meines Magens und Gehirns sowie die darauffolgenden Schweissausbrueche deuten sollte: Aufgeregtheit auf zu Hause und meine Menschen, Saettegefuehl vom kiloweisen Essen, Hunger oder Angst abzustuerzen. Ich entschloss mich fuer letzteres, schlief nicht wirklich waehreden dem eher turbulenten Flug und betete, bitte heil in Hamburg anzukommen, da ein Absturz nach 8 Stunden und mehr Flugzeit noch ungluecklicher waere, als einer nach nur einer halben Stunde.

Endlich in Hamburg angekommen, nach nun 32 Stunden Reise betrat ich mit meiner Flugzeugfreundin Jenny aus Hamburg das erste mal in diesem Jahr deutschen Boden.
Meine Wunschbegruessung des Zollbeamten (Zollbeamte schlaegt Pass auf: "Oh, Frau Behrens, herzlich Willkommen zu Hause." Zollbeamte zwinkert, hinter dem Schalter kommt leises applaudieren fuer mich auf, ein junger, aeusserst attraktiver, sportlicher, reicher und charakterlich einwandfreier Mann dreht sich um, traegt meinen Koffer und gesteht mir sofort seine Liebe) fiel eher dezent aus (Zollbeamter schlaegt Pass auf, ich: "Halloooo :) :) :) [wartend auf Willkommensgruss, klatschen und schoenen Mann]), Zollbeamter schlaegt Pass zu) und wenige Minuten spaeter setzte ich mir das letzte Mal meinen Backpack auf den Ruecken.
Eine kurze Verabschiedung von Jenny die ihren Eltern in die Arme fiel und einige Minuten spaeter fiel auch ich meinen Eltern in Hannover in die Arme.

Auf dem Weg dahin war ich immer wieder fasziniert von allem. Nicht nur, dass ich mich wie ein kambodschianische oder deutsch-demokratischer Fluechtling namens MukkuMukku fuehlte, der das erste Mal Zivilisation sah.
Auch musste ich mich selber oft stark an der Schulter ruetteln, als mir unglaeubig der Gedanke kam, "wow, sogar Schlecker haben die hier, und Briefmarken Hennes.", ich wollte jedesmal laut aufschreien wenn mir ein deutschsprechender Passant entgegenkam: "Oh man, hey, Du bist auch aus Deutschland?" und ich grinste in mich hinein, ueber die bekannte und sooft mit australischen Freunden diskutierte deutsche kalte Mentalitaet, die mir haemisch ins Gesicht lachte und sich irgendwie detailgenau bewahrheitete - ich war wieder zu Hause.

Tonnen von wonnegefuehl zu Hause zu sein und einige sehr kurze Sekunden der Befremdheit spaeter, die ich uebrigens mit all meinen Liebsten zumindest kurz geniessen durfte, hatte sich zumindest das dekorierte Haus, Mutter mit Willkommensschildchen und die Schokoladentorte an mein Kopfdrehbuch gehalten.

Nach amerikanischer Filmmanier, der nicht amerikanischer sein kann, liefen auch Kurt und ich uns schreiend und kreischend und heulend in Zeitlupe auf der Strasse entgegen, auch Babs lag mir wenige Minuten spaeter mit Traenchen in den Augen und eine kurze Nacht spaeter war ich auch mit dem Rest des Haufens wiedervereint, was in erster Linie hiess: Ah, Ueberforderung! Mehr als ein Mensch mit dem man zur gleichen Zeit redet.

Einige Tage spaeter hatte mein Bett den Glamour verloren, meine Mutter weckte mich tatsaechlich vor zwoelf Uhr auf und auch das gewuenschte Schokomuesli ging zu Ende.
Momente, die nahtlos an die Zeit vor Australien uebergingen und mir die Zeit down under noch unrealer praesentierten als vorher.
Alles rueckte weiter und weiter in die Ferne, zu Hause kehrte der Alltag ein und nichts hatte sich veraendert, ausser Muskelmaus Muskelarme.
Ich und mein Auto fuhren wieder rechts, die Fragen nach Australien wurden weniger und ein Monat und 2 Tage Deutschland kommen mir vor, als waere ich nie weg gewesen.

Ich mag noch die selbe sein, nur manchmal merk ich ein bisschen in mir selbst, wie mich Australien doch ein Stueckchen veraendert hat.
Zum Beispiel, wenn man nachts um halb12 allein auf der A7 eine Autopanne hat, liegenbleibt und mutterseelenallein rumsteht.

Reaktion frueher: Auto geht mitten waehrend der Fahrt aus? Ah, schnell auf den Standstreifen, Todesgedanken! Panik! Wieso funktioniert das Auto nicht? Ah, ah, ah!! Ich telefoniere verzweifelt in der Gegend rum, laufe verwirrt und weinend ueber die Autobahn und verfalle in einen psychischen Ausnahmezustand. Falle meiner Mutter spaeter aufgeloest in die Arme.

Reaktion heute: Auto geht mitten waehrend der Fahrt aus, immerhin laeuft noch das Radio. Mal langsam auf den Standstreifen rollen. Irgendwie lustige Situation, die mich an unser Machine-Drive mit Ina erinnert. Schwelge in Erinnerung. Auto funktioniert nicht mehr, ok, no worries mate. Rufe Vater an, setz mich barfuss hinter die Leitplanke, spiele Affenspiel auf Handy. Denke mir, wie cool ich eigentlich bin und wie spannend mein Leben ist. Mutter faellt mir spaeter aufgeloest in die Arme.


Die Frage, ob Australien das richtige fuer mich war, stellt sich nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ohne Australien jetzt waere, weil mich diese Momente gepraegt haben und ich denke, dass mich diese Zeit wie in einem Schnellkochtopf mit Zeitraffer viel schneller erwachsener und reifer hat werden lassen, zumindest ein Stueckchen.
Ich hab Erfahrungen gesammelt, die mir sicherlich noch oft zu Gute kommen werden, nicht nur nachts auf der Autobahn.
Erfahrungen, die andere nicht sammeln durften oder sie erst spaeter muehsam und viel langsamer sammeln werden.

Allerdings stellt sich mir jetzt oft dir Frage: Was nun? Fuer immer hier? Die Welt ist so gross!

Im gleichen Atemzug kann ich aber auch sagen, mein zu Hause ist unverwechselbar und unersetzbar. Weil hier meine Familie ist, weil hier meine Freunde sind, weil hier mein Herz ist, zumindest der Grossteil, und auch weil hier meine Dusche und mein Klo ist.

Ich hab Deutschland, sowie mein Leben und meinen Alltag zu schaetzen gelernt und bin im Grossen und Ganzen gluecklich.
Natuerlich gibt es noch mehr, viele neue Dinge die noch auf mich warten, spannende Zeiten und auch Sekunden, in denen ich mich zurueckwuensche, Augenblicke, in denen ich Australien vermisse, die Menschen, meine Freunde dort, das Meer, das Land.

Ich habe ein wunderbares Leben, wunderbare Menschen um mich herum und ein Horoskop aus der Prisma, was mir immer sagt, wie der Hase laeuft (Engen Sie ihren Partner nicht zu sehr ein, ihre Beziehung wird sich dankbar festigen und verbessern. Wird gemacht.).

In Neuseeland habe ich ein Sprichwort gelesen.

"The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes but in having new eyes."

Sinngemaess: Das Ziel einer Entdeckungsreise besteht nicht darin, neues Land zu entdecken sondern mit neuen Augen zu sehen.

Ich habe mein Ziel erreicht.




Danke an all die Menschen, die mir das ermoeglicht haben, die in den letzten Monaten Freunde waren, als waere ich nur einen schrittweit weg, mir ihre Hand ueber Kontinente hinaus entgegengestreckt haben, die mir das Gefuehl gaben, auch der Mond ist nicht zu weit weg.

Halbfinaleeeeeee :D!!!

Donnerstag, 19. Juni 2008

Whitsundays

Ein Sssstein, der Hachtmut und ein Fluchplatz in Australien

Dienstag, 17. Juni 2008

Nachdem ich fast zwei kurze Tage in Cairns verbracht hatte, fuhr ich das erste mal mit dem Premier Motor Service, bei denen ich meinen Buspass gekauft hatte, und zwar nach Townsville, ungefaehr 6 Stunden Fahrt in den Sueden.
In Townsville angekommen goennte ich mir ein Taxi, weil ich die 4km zu meinem Hostel nicht laufen wollte, mit gefuehlten 50kg Gepaeck.

Als ich ins Hostel eingecheckt hatte, erkundigte ich mich fuer einen Bus nach Bluewater, wo unbekannter Onkel Rudy wohnt.
Ha, kein Mensch in der Stadt (weil Sonntag), kein Bus und sowieso eine Verbindung ins 35k entfernte Staedtchen gabs eh nicht.
Also rief ich doch erstmal bei der Verwandtschaft an um ueberhaupt zu sagen, dass ich denn da waer.
Beim dritten Versuch ging Margret, Rudys Frau, ans Telefon, die weder verstand wer ich war, noch einen "Holly" kannte, sich aber trotzdem freute :). Sie sagte mir, dass Rudy grade nicht da waere, er aber spaeter zurueckrufen koennte.
Eine gute halbe Stunde meldete sich Onkel Boell mit dem Satz: "Wie sollen wir denn connected sein?". Ab diesem Zeitpunkt war mir sofort klar, ein echter Braunschweiger.

Nachdem ich ihm also gesagt hatte, wer denn sein Neffe war ("Ach Rolli! Ach Hachtmut.") und wer ich, bot er mir sofort an, mich aus der Stadt abzuholen und bis zu meiner Abreise bei ihnen zu bleiben (die leider schon am Dienstag war.).
Fix noch Bluemchen und Pralinchen gekauft, wieder ausgecheckt und schon wartete ich vor dem Hostel in dem ich nicht eine Nacht verbrachte auf den unbekannten Onkel.

Eine halbe Stunde spaeter (ich war etwas frueher draussen, weil ich Angst hatte, ihn zu verpassen), fuhr ein weisses Auto mit einem kleinen aelteren Mann an mir vorbei, drehte und hielt an. Er stieg aus und mir war sofort klar, ein echter Behrens.
Nach einem Behrens'schen an den Nacken hauen fuhren wir ca. 40 Minuten und kamen bald an ihrem Haeuschen an, in dem Margret schon auf mich wartete und mich gleich strahlend umarmte.

Ich hatte ein grosses Zimmer mit ebenso grossem Bett fuer mich, das fruehere Schlafzimmer von Adrian, dem eigentlich das Haus gehoerte und der aeltere von den beiden RudyBehrensSoehnen ist.

Kaum hatte ich meine Sachen abgestellt oder auch hingeschmissen, rief Margret sofort die beiden andern Behrensbrueder an um ihnen ueberraschend mitzuteilen, dass "Rollis little girl from Germany" da war, mit denen ich auch gleich telefonieren musste. :)

Nach einigen Stories von im Dreck-wuehlenden-Rolli-in-klein, Onkel Jochens Kriegsgefangenschaft und seinem Gesinge "God shave the queen", der anderen Gaestin (ebenfalls eine deutsche) erklaeren, wie denn der Behrens'sche Stammbaum aussieht und allgemeinem Behrens-geschichten-aufholen, fuer Rudy gleichermassen wie fuer mich (was uebrigens den restlichen Aufenthalt nicht aufhoerte, weil immer irgendwelche Stories irgendwo herkamen), hatte ich mein erstes richtiges Essen seit Jesu Geburt.

Ein paar Missionar- und Papua Newgenuea-erzaehlungen weiter, wo die beiden sich kennengelernt, geheiratet und ihre beiden Soehne geboren und aufgezogen hatten, fiel ich auch schon bald ins Bett.
Ab und an mal ein paar Geraeusche von Kaengurus und Brumbies, wilden Pferdchen, die im Busch gleich hinter dem Haus lebten und des oefteren Mal ums Haus schlichen und ich schlief wie ein Stein.
Und das leider bis fast 12 Uhr, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, um 9 Uhr aufzustehen. Mein schlaffes Koerperchen hatte es sich allerdings anders gedacht.

Nach einer Dusche und ein wenig Rumgekrame wurde ich weiter so verwoehnt, wie es tags zuvor aufgehoert hatte. Tausnde Fruechte, ich sollte mir doch nehmen was ich wollte und sowieso war es wie ein Stueck zu Hause.

Spaeter machten Margret und ich einen Spaziergang durch Bluewater, da Rudy unterwegs war (musste), und es folgten, wie immer, ein paar Geschichtchen als Rudy zurueck war. Alle moeglichen Fotos wurden ausgepackt, Fizzy Lizzy in die Stereo-anlage ("Oh, die sind aber gut. Die wuerden sie bestimmt gut verkaufen.") und einige Minuten spaeter kam Steve mit seiner Frau vorbei, die eigentlich gar keine Zeit hatten, mich aber wenigst mal kurz sehen wollten.

Hinreissendes Essen spaeter und wieder nahm mich das beste Doppelbett in Australien in seine kuschligen Aermchen.

Eine kuerzere Nacht spaeter war der Tag meiner Abreise meines viel zu kurzen Aufenthalts.
Nach Fruehstueck, Koffer und Margrets vorbereitetes Lunchpaket fuer die Fahrt fuer mich (mit KUCHEN!!!) packen fuhren wir in die Stadt, wo mich die beiden und Freundin Elvira ein wenig herumfuehrten.

Um 20 nach 1 wieder einmal einer dieser Momente, die einfach nicht gut fuer mein kleines Herz sind - Abschied.
Obwohl ich die beiden und auch Elvira nur kurz besucht hatte und vorher noch nie sah, fuehlte ich mich gleich, als wuerde ich sie wie den Rest zu jedem Weihnachten, Ostern und Geburtstag besuchen - wie Familie.
Rudy redete wie Oma, hatte den Humor von meinem Papa und war ein richtiger Behrens. Wie ich halt :).

Und noch bevor wir uns verabschiedet hatten, war fuer mich klar, dass ich sie unbedingt wieder besuchen musste, das naechste Mal fuer laenger.

Nun bin ich auch schon in Airlie Beach, ein wenig kaputt oder auch sehr, morgen beginnt mein Segeltrip um die Whitsunday Islands.

Ohje, ich muss schlafen.


Sssstein, Hachtmut und Fluchplatz in Australien.

Ende einer Traumehe

Donnerstag, 12. Juni 2008

Gestern war es soweit.
Eher heute morgen.
Nach einer ersten ernuechternden deutsch-kroatischen Halbzeit und einigen weiteren Minuten warten auf den Shuttlebus trennten sich Inas und meine australischen Wege - fuer immer (:(((((((((((().
Um 10 vor 3 am machte ich mich auf Richtung Flughafen. Ein kurzer, trotzdem schlimmer Abschied und so sass ich dann im Flughafen. Ganz allein.
Deutschland verloren, stinkend, Ina weg. Was fuer ein schlechter Tag. Was fuer ein schlechter Start fuer meine naechste Alleingaengertour!
Nach kurzen 2einhalb Stunden Flug neben einem dicken Mann und meist schlafend, hinter mir kreischendes Baby mit Mutter dazu, "Look, look. We fly up to the sky. Up up to the sky, huuuui!", vor mir eine kleine Chipsschrotende Tucke, ich: stinkend. Nach Rauch und Niederlage und Verlust.

Gluecklicherweise konnte ich mich in das Hostel einmieten, in das ich wollte. Mit abholBus vom Airport, kostenlosem Abendessen und Kaffe und Tee - da fuehl ich mich schon viel besser :).

Allerdings immer noch total kaputt, noch nicht geschlafen, Zimmer noch nicht ganz fertig, nichts gegessen und Bus und Kleinkrams muss ich auch noch buchen.

Immerhin Hostel bis jetzt perfekt, wenn auch noch nicht Zimmer gesehn.
Verfalle in Bridget Jones Sprache.
Zu muede zum Schreiben.
Muss schlafn.
Und essen.
Mh, essen..


See you sen.



PS: Ach, ich vermiss Inas liebliches TripleChin jetzt schon :(


Nachtrag: Ach Gott. Bin uebrigens in Cairns.

PS:

Samstag, 7. Juni 2008

Schlaaaaaaaaaaaaaaaaand, schlaaaaaaandschlandschlaaaaaaaaand.



Manchmal, wenn ich sieben Stunden vor dem Einkaufzentrum steh und auf Spenden warte, frag ich mich, was ich mich eigentlich allem aussetzen muss um an ein wenig Geld zu kommen.
Nicht nur, dass mich irgendwelche alten, betrunkenen Aboriginals fragen, ob ich Single waere oder alte verheiratete Suff-Maenner mit Kind vorne kurz hinten lang mich nach meiner Handynummer fragen und mich zum Essen mit ihren Bauarbeiterfreunden einladen, nein.
Auch folgende Szenarien eroeffnen sich vor meinen kindlichen Auegleins:
Alter Mann kommt auf mich zu (immer sinds die alten Maenner), sagt was unverstaendlich englisches. Er lacht, ich auch, ganz in Piaschem Ueberbrueckungs-Peinlichkeits-lachen um so zu tun, als haette man es verstanden.
Mann geht weg.
Mann kommt wieder.
Gibt mir Geld und sagt (oke, jetze:): "Du koenntest viel mehr Geld verdienen. Ich wuerde Dir eine Million geben. (starrt mir dabei in den Ausschnitt und lehnt sich rueber zu mir, damit ich ihn kuesse. KUESSE, k u e s s e).
Hab ihm sofort ins Gesicht gespuckt, geschrien, ihm erst gegen das Schienbein getreten und danach Judo-Ogoshi-Hueftwurf angewandt. Zumindest in meinem Kopf.
Allerdings hab ich auch nette Menschen. Man kann es ja nicht leugnen. Ich krieg Kaffee ausgegeben, manchmal laufen ein paar Armyhaeschen an mir vorbei und ich habe eine heiss und innige interkulturelle Freundschaft zu meinem Lieblingsopa aus Italien aufgebaut.

Und ausserdem. Der spirituelle Geist macht nicht den Abwasch, damit er den Abwasch gemacht hat, sondern des Abwasches wegen.

Morgen gibt es mal wieder ein wenig Heimat im Ausland: EM :)!
Unsere Hostelbar uebertraegt tatsaechlich das Spiel, auch wenn es erst gegen 3 Uhr morgen ist. Oder 4?
Allerdings ergibt sich noch folgendes Problem: Da eigentlich alle Bars nur bis 4 Uhr lizensiert sind, dh. ausschenken duerfen, schliessen sie um 2 Uhr die Tuer ab. Ina arbeitet min bis 3. AH! Nach schon erfolglosem anbetteln eines Barmanns werd ich morgen erneut mein Glueck versuchen. Vielleicht mit tieferem Ausschnitt oder Hundertdollarschein zwischen den Zaehnen.
Ansonsten entwickeln wir einen sicheren Einbruchsplan.
Denn Ina und ich haben im Moment nicht viel voneinander. Besser gesagt nichts dank Arbeit.
Zum Glueck hat sie sich Donnerstagabend und Freitagmorgen freigenommen, so dass wir an meinem letzten Abend noch zum Markt und dann ein bisschen zusammen weggehen koennen, bevor sich unsere Wege trennen (tragische Musik spielt im Hintergrund).

Wenn nach allen Tricks Ina doch nicht mitgucken kann, werd ich das Spiel wohl allein mit Hamburger Jung Marcel gucken, den wir im YHA getroffen haben. Und natuerlich anderen groehlenden Deutschen.
Ich werd imaginaer Nadines Abwehrfahne schwenken und vielleicht etwas sehnsuechtig an meine alte Fussballnationheimat denken.

Wobei der Abschied von Darwin schwer wird.
Denn ich liebe es wirklich. Hach.

Eben sind 3 Hindus oder auch Buddhisten mit Kutten draussen langgelaufen und haben Trommel gespielt, Gloeckchen geklingelt und verwirrt gesungen.
Hach, ich liebe Darwin.

Tuesday, 2nd June

Montag, 2. Juni 2008

1782 st (ok), thoughts about being broke in Sydney 78, Bridget Jones books already read 1 (g.), Bridget Jones books reading 1 (v.g.), days left in Darwin 10 (tragic).

Ist es schonmal irgendwem aufgefallen, dass Bridget Jones ein bisschen nach mir kommt? Ja, mir naemlich.
Ich war in meiner Darwinzeit schon dreimal beim book exchange, man geht hin, verkauft sein altes Buch und nimmt ein neues fuer zwei, drei dollars oder kauft es auch ohne eins hinzubringen. Und nach drei unglaublichen Schmonzetten von Cecelia Ahern liegt endlich wieder Bridget Jones in meinem Bett.
Ich kann nicht glauben, wie ihr Leben meinem aehnelt und ich warte ab jetzt konstant auf Mark Darcy.

Nungut. (ich hab beschlossen, es muessen mal mehr Absaetze in meine Posts.)

Die letzte Woche war leicht bis mittel oder sogar schwer muellig. Nicht, dass ich komplett beim Blindensammeln versagt haette, der Verdienst liegt noch im ok-Bereich, nur war es schlechter als letzte Woche.
Was einen nicht unbedingt verwundert, denn man hat einfach keine Chance gegen
a) einen Briten mit business-London-Akzent der neben einem steht,
b) zwei Koerbchengroessen groesser
und c) einen Blinden. Wirklich blind und mit echtem Blindenhund.

Gestern sind wir ins YHA 200m die Strasse runter umgezogen, da die Preise in unserem Hostel gestiegen sind, von 25 auf 29$ - Hochsaison hat hier angefangen.
Weil ich allerdings Sonntag noch mit Karla, Keith und Ian dem Londoner ein wenig weg war, kugelte ich Montag eine halbe Stunde vor Auszug aus dem Bett, stopfte saemtliche Sachen in meinen Backpack, zog mir einen Pulli ueber und trottete mit Ina um halb7 die Strasse runter. Man kann schliesslich auch im YHA weiterschlafen.
HA! Falsch gedacht. Der kleine sexy Pickelmann, wie Ina ihn nennt, verkuendete mit seiner kleinen suessen gay-Stimme (ich frag mich immer wieder, ob er vielleicht schwul ist. Denke auch eigentlich ja, aber irgendwie auch nicht. Hm.), dass die Zimmer erst um 13 Uhr fertig zum Check-In waeren. Ha. HA HA. Harhrhr.
WorkaholIna machte es nicht viel aus, weil sie, wie der Name sagt, sowieso arbeitete. Ich schleppte mich zurueck in unser altes Hostel, duschte und lungerte die naechsten 6 Stunden irgendwo rum. Buchte meinen Flug fuer 212$ um 5 Uhr 20 am 13. Juni und zahlte mein Geld bei der Bank ein.
Das YHA ist ok, ich vermiss nur die Roten-Kreuz-Maenner die im alten Hostel lebten, die Oben-ohne-Selbstversorger auf der Balkonkueche und Inas und mein 2erzimmer mit 4 Betten. Die YHA-Leute sind doch eher zu vergleichen mit Deutscher-Jugendherbegsbund-herberge-in-Hildesheim-auf-einem-Berg. Aeltere Leute, nicht zusammenzucken liebe 50jaehrigen Leser, wirklich aelter, so um die 75, ein Haufen Asiaten die irgendwie nie richtig englisch sprechen koennen, eine kleines alternativ angehauchtes Paerchen mit Kind, eine Familie die bei Frauentausch mitmachen koennten und ein paar generelle Weirdos. Allerdings auch kleine Lichtblicke, denen Ina und ich uns spaeter widmen werden. ( Ohja, Ina hat frei :))) ).
Gestern beehrte uns Eve kurz mit ihrer Anwesenheit, die von Cairns zureckkam um abends weiter nach Vietnam zu fliegen. Es war, als waere sie nie weggewesen.. die 12 Tage.

Bei Emirates steh ich wie immer noch auf der Liste. Die gute Frau versuchte mir dann noch irgendeine Mitgliedschaft aufzuschwaetzen, als waere ihr Inder-Akzent und 1$50 pro Minute nicht schon genug des Guten.
Meine Whitsunday-Island-tour ist auch gebucht, am 18.06. geht es los, nachdem ich Onkel Boell besucht hab :).
Jetzt bin ich nur noch auf der Suche nach einem guenstigen Buspass die Ostkueste entlang.

Wenn ich keinen finde, werd ich in der Suppenkueche fuer Obdachlose an der Pitt-Street in Sydney zu finden sein.
 
   





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