Auf Frodochens Spuren
Nach einer Nacht in Rotorua und der Befuerchtung, unser Vorhaben wuerde nicht stattfinden wegen des Wetters, einer zu langen Busfahrt - immerhin wurde aus der einen (!!!!11111einseins) Fahrstunde von Rotorua nach Taupo glatte 6( s e c h s), dank auch an die amerikanischen zwei Maedchens (Amimaedchen stolpert, dreht sich um & sagt zur Stufe: "Hey motherfucker.") und einer weiteren Nacht in Taupo, standen wir also um halb5 Uhr auf, oke, ich um 5, um in unseren gebuchten Bus Richtung Tongariro National Park zu steigen.
Das Tongariro Alpine Crossing war unser letztes neuseelaendisches Highlight, eine 7-8 Stunden angegebene Wanderung, teils auf Wanderwegen, teils einfach auf dem Berg. Genau das richtige also fuer Ina-Gaid und mich, da wir ja quasi Bergsteiger sind.
Um 7 Uhr erreichten wir den Car Park, die letzte befahrbare und ueberhaupt existente Strasse fuer die naechsten Stunden.
Als wir ausstiegen, freute ich mich ueber all die kleinen Maedchens, die sich mit einem Top und Shorts auf den Weg gemacht hatten. Sie wuerden naemlich erfrieren - der Wind wehte eisig, es war kalt und ich war gluecklich, dass ich ein Shirt, darueber ein Longsleeve, darueber ein Pulli, darueber noch einen Pulli, darueber meine Regenjacke und schliesslich meinen Schal trug, allerdings dies auch nur, weil wir den Abend zuvor mit einer Deutschen redeten, die uns das also riet.
Wir kauften uns allerdings doch noch Handschuhe & ein Muetzchen, weil die Kaelte unglaublich kalt war an diesem Tag und Ort.
Um 8 Uhr 20 waren wir unterwegs.
Zuerst locker wanderten wir auch dem Mordor-Berg entgegen, einer der Herr der Ringe-Drehorte.
Ich erstarrte in Ehrfurcht, murmelte die naechsten Minuten nur noch "Oh Gott, ist das schoen. Oh. Ist das schoen. Oh, schoen. Ui ui. Ist das schoen.", Ina machte es wie immer: Kurz stehen, Foto, weiter.
Der Wanderweg wurde von Schritt zu Schritt steiler & geroelliger und unter meinen 3 Kapuzen + Muetze pfiff Inas leises Stimmchen an mir vorbei: "Oh oh. Mit dem Wind wird hier aber auch heikel."
Nach einigen Kilometern, vielleicht auch nur 2, machten wir unsere erste Pause bevor wir uns an den ersten Aufstieg machten, die Devil's Staircase.
Oh, netter Name, denkt man sich. Oh, nicht ganz so nette Strecke, merkt man dann spaeter.
Die wenigen Pflanzen wurden noch weniger, der Wind staerker und mein Atem weniger.
Zwischenzeitig zerriss mir die kalte Luft die Lunge und mein Puls schlug, als haette ich ein Eichhoernchen in meinem Hals. Haette ich nicht gewusst, dass ich immernoch fast friere, haette man denken koennen, man schwitze.
Unsere Gesichter gluehten und gluehten und gluehten, die Treppen wurden jedoch nicht weniger.
Oben angelangt, und ich muss sagen, ich hab noch nie einen Berg so bestiegen, mit Geroell und Schutt und Kaelte, weil so hoch, wanderten wir eine kurze Strecke durch den ersten Krater, eine lange flache Strecke am Mordorberg vorbei und befanden uns bald erneut vor einem Anstieg.
Dieser war als nicht zu schwer beschrieben, ich bezeichne ihn mal als Panik-Ina-Anstieg.
Tapfer schleppten wir uns die ersten Meter hoch, der Boden wurde lehmiger, es roch nach Schwefel wegen den naheliegenden Schwefelseen, irgendwelche Lavasteine lagen rum und es wurden alte Erinnerungen an unsere Nahtoderfahrung geweckt.
Ina stieg die Panik fast ins Gesicht. Links nichts, rechts nichts. Und es war wirklich nichts, weil wir durch eine Wolke liefen.
So toll, wie ich mir das frueher immer vorstellte war es allerdings nicht. Es war kalt, man konnte hoechstens 5m weitgucken und nass dazu.
Einige Meter weiter geklettert erreichten wir den Abstieg des Bergs, lockerer Schutt und Geroell und schwarzer Sand. Runtergeschlittert, zum Glueck nicht gestorben, stieg eine kleine Aggressionswelle in mir hoch als ich, nachdem wir durch den naechsten Krater liefen, schon wieder einen Anstieg erspaehte. Oh.
Schon reichlich erschoepft verwandelte sich die Landschaft um uns herum immer wieder: Mal Geroell, mal Heidelandschaft, mal Geroell, mal Schwefelsand.
Nach stundenlangem in-Wolken-laufen lichtete sich das weisse Deckchen und wir konnten das erste mal ueber den Tongariro National Park gucken.
Die naechsten Meter verliefen oftmals wie folgt:
Anksch: "Oh Gott, meinst Du Frodo ist hier langgelaufen."
Ina: "Oh Gott. Ist doch egal."
Anksch: "Oh Gott, meinst Du Orlando Bloom ist hier langgelaufen mal, als er Zeit hatte?"
Ina: "Ist doch scheiss egal man." (kleine Aggression)
Anksch: "Oh Gott, das ist bestimmt Gollums Hoehle. Meinst Du das ist Gollumshoehle?"
Ina: "Halts Maul, Du bist dumm man."
:D
Ein kleines Paeuschen vor einem unglaublichen Ausblick weiter machten wir uns auf den 2StundenWeg zu einer kleinen Huette.
Die Landschaft war langsam nur noch heidemaessig & ich hatte immer Omas Stimme im Ohr: "Sieht ja aus wie Heide. Oder Daenemark hier."
An der Huette angelangt war unser Ziel mit nur noch 2 weitern Wanderstunden ausgezeichnet.
Da hatte sich mal wieder einer einen kleinen Spass erlaubt.
Nach gefuehlten 800000 Treppen waren wir unten. Dachten wir. Denn die Treppen und auch der Wald in dem wir nun waren, hoerten nicht mehr auf.
Da es bald schon nach 15Uhr war und der letzte Bus um halb5 fahren wuerde, stratzen wir durch das kleine Waeldchen.
Um 16 Uhr erreichten wir den Bus.
Wir waren die letzten.
Und brauchten 9 Stunden.
Wird doch nichts mit Bergsteiger, schade. Vielleicht hab ich noch eine Chance als Bauer oder Baumfaeller.
Trotz Schmerzen ueberall, immernoch kalten Fuessen und ekligen nassen Klamotten (ich schwoere, es war die Wolke) bin ich froh, dass Gaid uns mal wieder sowas Feines ausgesucht hat. Belohnt mit unglaublichen Blicken & dem Gefuehl, dass ich mindestens einmal auf ein Steinchen getreten bin, wo auch Orlando Bloom mit wallendem Harr unterwegs war.
In Neuseeland, wie ich finde, nicht auslassbar & fast noch schoener als der Abel Tasman Park.
Ina ist da anderer Meinung, aber das waere ja nicht das erste Mal...
;)
PS: Uebermorgen wieder in Australien - Zivilisation, heisse Maeuschens und unser Camper, wuhi!
Das Tongariro Alpine Crossing war unser letztes neuseelaendisches Highlight, eine 7-8 Stunden angegebene Wanderung, teils auf Wanderwegen, teils einfach auf dem Berg. Genau das richtige also fuer Ina-Gaid und mich, da wir ja quasi Bergsteiger sind.
Um 7 Uhr erreichten wir den Car Park, die letzte befahrbare und ueberhaupt existente Strasse fuer die naechsten Stunden.
Als wir ausstiegen, freute ich mich ueber all die kleinen Maedchens, die sich mit einem Top und Shorts auf den Weg gemacht hatten. Sie wuerden naemlich erfrieren - der Wind wehte eisig, es war kalt und ich war gluecklich, dass ich ein Shirt, darueber ein Longsleeve, darueber ein Pulli, darueber noch einen Pulli, darueber meine Regenjacke und schliesslich meinen Schal trug, allerdings dies auch nur, weil wir den Abend zuvor mit einer Deutschen redeten, die uns das also riet.
Wir kauften uns allerdings doch noch Handschuhe & ein Muetzchen, weil die Kaelte unglaublich kalt war an diesem Tag und Ort.
Um 8 Uhr 20 waren wir unterwegs.
Zuerst locker wanderten wir auch dem Mordor-Berg entgegen, einer der Herr der Ringe-Drehorte.
Ich erstarrte in Ehrfurcht, murmelte die naechsten Minuten nur noch "Oh Gott, ist das schoen. Oh. Ist das schoen. Oh, schoen. Ui ui. Ist das schoen.", Ina machte es wie immer: Kurz stehen, Foto, weiter.
Der Wanderweg wurde von Schritt zu Schritt steiler & geroelliger und unter meinen 3 Kapuzen + Muetze pfiff Inas leises Stimmchen an mir vorbei: "Oh oh. Mit dem Wind wird hier aber auch heikel."
Nach einigen Kilometern, vielleicht auch nur 2, machten wir unsere erste Pause bevor wir uns an den ersten Aufstieg machten, die Devil's Staircase.
Oh, netter Name, denkt man sich. Oh, nicht ganz so nette Strecke, merkt man dann spaeter.
Die wenigen Pflanzen wurden noch weniger, der Wind staerker und mein Atem weniger.
Zwischenzeitig zerriss mir die kalte Luft die Lunge und mein Puls schlug, als haette ich ein Eichhoernchen in meinem Hals. Haette ich nicht gewusst, dass ich immernoch fast friere, haette man denken koennen, man schwitze.
Unsere Gesichter gluehten und gluehten und gluehten, die Treppen wurden jedoch nicht weniger.
Oben angelangt, und ich muss sagen, ich hab noch nie einen Berg so bestiegen, mit Geroell und Schutt und Kaelte, weil so hoch, wanderten wir eine kurze Strecke durch den ersten Krater, eine lange flache Strecke am Mordorberg vorbei und befanden uns bald erneut vor einem Anstieg.
Dieser war als nicht zu schwer beschrieben, ich bezeichne ihn mal als Panik-Ina-Anstieg.
Tapfer schleppten wir uns die ersten Meter hoch, der Boden wurde lehmiger, es roch nach Schwefel wegen den naheliegenden Schwefelseen, irgendwelche Lavasteine lagen rum und es wurden alte Erinnerungen an unsere Nahtoderfahrung geweckt.
Ina stieg die Panik fast ins Gesicht. Links nichts, rechts nichts. Und es war wirklich nichts, weil wir durch eine Wolke liefen.
So toll, wie ich mir das frueher immer vorstellte war es allerdings nicht. Es war kalt, man konnte hoechstens 5m weitgucken und nass dazu.
Einige Meter weiter geklettert erreichten wir den Abstieg des Bergs, lockerer Schutt und Geroell und schwarzer Sand. Runtergeschlittert, zum Glueck nicht gestorben, stieg eine kleine Aggressionswelle in mir hoch als ich, nachdem wir durch den naechsten Krater liefen, schon wieder einen Anstieg erspaehte. Oh.
Schon reichlich erschoepft verwandelte sich die Landschaft um uns herum immer wieder: Mal Geroell, mal Heidelandschaft, mal Geroell, mal Schwefelsand.
Nach stundenlangem in-Wolken-laufen lichtete sich das weisse Deckchen und wir konnten das erste mal ueber den Tongariro National Park gucken.
Die naechsten Meter verliefen oftmals wie folgt:
Anksch: "Oh Gott, meinst Du Frodo ist hier langgelaufen."
Ina: "Oh Gott. Ist doch egal."
Anksch: "Oh Gott, meinst Du Orlando Bloom ist hier langgelaufen mal, als er Zeit hatte?"
Ina: "Ist doch scheiss egal man." (kleine Aggression)
Anksch: "Oh Gott, das ist bestimmt Gollums Hoehle. Meinst Du das ist Gollumshoehle?"
Ina: "Halts Maul, Du bist dumm man."
:D
Ein kleines Paeuschen vor einem unglaublichen Ausblick weiter machten wir uns auf den 2StundenWeg zu einer kleinen Huette.
Die Landschaft war langsam nur noch heidemaessig & ich hatte immer Omas Stimme im Ohr: "Sieht ja aus wie Heide. Oder Daenemark hier."
An der Huette angelangt war unser Ziel mit nur noch 2 weitern Wanderstunden ausgezeichnet.
Da hatte sich mal wieder einer einen kleinen Spass erlaubt.
Nach gefuehlten 800000 Treppen waren wir unten. Dachten wir. Denn die Treppen und auch der Wald in dem wir nun waren, hoerten nicht mehr auf.
Da es bald schon nach 15Uhr war und der letzte Bus um halb5 fahren wuerde, stratzen wir durch das kleine Waeldchen.
Um 16 Uhr erreichten wir den Bus.
Wir waren die letzten.
Und brauchten 9 Stunden.
Wird doch nichts mit Bergsteiger, schade. Vielleicht hab ich noch eine Chance als Bauer oder Baumfaeller.
Trotz Schmerzen ueberall, immernoch kalten Fuessen und ekligen nassen Klamotten (ich schwoere, es war die Wolke) bin ich froh, dass Gaid uns mal wieder sowas Feines ausgesucht hat. Belohnt mit unglaublichen Blicken & dem Gefuehl, dass ich mindestens einmal auf ein Steinchen getreten bin, wo auch Orlando Bloom mit wallendem Harr unterwegs war.
In Neuseeland, wie ich finde, nicht auslassbar & fast noch schoener als der Abel Tasman Park.
Ina ist da anderer Meinung, aber das waere ja nicht das erste Mal...
;)
![]() |
| Tongariro Crossing |
PS: Uebermorgen wieder in Australien - Zivilisation, heisse Maeuschens und unser Camper, wuhi!


» Kommentar veröffentlichen